Bei der Jungvolkbildung werden Bienen mit Brutwaben aus guten Wirtschaftsvölkern entnommen. Dabei ist vorgesehen die vorhandene Königin im Wirtschaftsvolk zu lassen. Es gibt hierfür spezielle Ablegerkästen, die vorab mit Leerwaben und Mittelwänden ausgestattet werden. Zusätzlich werden zwei Brutwaben mit vorrangig verdeckelter Brut ausgewählt und die darauf sitzenden Bienen abgefegt, zurück in das Wirtschaftsvolk. Die Brutwaben werden in den Ablegerkasten gesetzt und als Deckwaben werden eine mitgebrachte Leerwabe sowie eine ausgesuchte Futterwabe aus dem Volk ausgewählt. Nun wird der Ablegerkasten verschlossen und die seitlich vorhandene Öffnung freigegeben. In die vorgesehene Schütte werden vom Wirtschaftsvolk so viele Bienen abgefegt , dass die Waben gut besetzt sind. Dies sind Bienen von etwa vier bis fünf Waben aus dem Wirtschaftsvolk, da auch Bienen wegfliegen werden. Der Großteil jedoch wird sich dem Instinkt gemäß ins Dunkel verkriechen und somit in den Ablegerkasten laufen. Drohnen oder die eventuell mit abgefegte Königin können das am Ablegerkasten vorhandene Absperrgitter nicht durchqueren und werden vom Imker zurück in das Wirtschaftsvolk, das als Spender für den Ableger diente, gesetzt. Der Ablegerkasten soll zunächst verschlossen gehalten werden und kühl gestellt sein. Der Aufstellungsort muss sich außerhalb des bisherigen Flukradius des Wirtschaftsvolkes befinden und kann zum Abend hin für den Ausflug freigegeben werden. Bei dieser Methode ist es sogar möglich Bienen und Brutwaben aus verschiedenen Völkern zu entnehmen und diese zu einem Ableger zusammenzuführen.

Nach der Ablegerbildung muss die Beweiselung erfolgen, denn es ist keine Königin im Ablegervolk vorhanden, da diese im Wirtschaftsvolk verblieben ist. Für die Beweiselung gibt es nicht nur eine Möglichkeit. Das entstandene Jungvok bildet von allein Nachschaffungszellen, aus denen nach elf bis zwölf Tagen die neue Königin schlüpfen wird. Die weiteren vorhandenen Nachschaffungszellen werden dann von der neuen Königin ausgebissen. Es gibt jedochv auch die Möglichkeit, gleich bei der Bildung des Ablegers eine Zuchtzelle hinzuzugeben. Auch kann man nach einigen, spätestens jedoch zehn Tagen die Nachschaffungszellen entfernen und eine reife Zuchtzelle einsetzen, dies ist die gebräuchlichste Methode. Die letzte Möglichkeit bildet das Zusetzzen einer Jungkönigin oder bereits begatteten Königin. Vor dem eigentlichen Zusetzen muss die Königin in einem verschlossenen Käfig verbleiben, sodass der Pheromonaustausch sowie auch die Futtergabe durch das Käfiggitter erfolgen. Nach einem Tag wird die Königin zum Ausfressen vorhandener Nachschaffungszellen aus dem Käfig freigegeben und grundsätzlich vom Volk gut angenommen.
Bis zur Winterruhe muss das Jungvolk nun an Stärke gewinnen.Sobald die ersten Jungbienen schlüpfen werden die Bienen aus dem Ablegerkasten in Beuten umgesetzt. So hat auch die Königin mehr Raum zum bestiften der Zellen. Die Erweiterungen nimmt der Imker entsprechend vor, ausgerichtet am Wachstum des Jungvolkes.

Der gebildete Ableger soll möglichst aus eigener Kraft eine erforderliche Winterstärke erreichen. Die Vermehrung erfolgt mit dem Hintergedanken, weitere Völker zu bekommen und die Bienen zu beschäftigen, damit sie nicht schwärmen. Um die gewünschte Stärke zu erreichen, werden je nach Bildungsmonat mehr Brutwaben hinzugesetzt. Die Zahl schwankt dabei von Anfang Juni mit zwei Waben bis August mit fünf bis sechs Brutwaben. Es muss in jedem Ableger auf den Brutwaben auch ein wenig offene Brut vorhanden sein. Die Ableger werden meist mit bereits begatteten Königinnen ausgestattet, wobei eine Beweiselung mit Nachschaffungszellen oder unbegatteten Königinnen regulär nur bis Ende Juni als sinnvoll anzusehen ist, da es im Umkehrschluss sonst zu lange dauert, bis das Volk eine gute Stärke erreicht hat und im Herbst für die Überwinterung bereit ist. Die begatteten Königinnen werden neun Tage nach der Ablegerbildung dem Ablegervolk zugesetzt, wofür vorab die Nachschaffungszellen entfernt werden müssen.