Der Biber ist das größte Nagetier Europas und erreicht bei einer Maximallänge von ca. 120 cm ein Gewicht von bis zu 30 kg.

Biberschädel
Mit seinen kräftigen nachwachsenden Nagezähnen kann er größere Gehölze „eieruhrförmig“ benagen.

Biberkelle
Auffälliges Merkmal ist der breite, geschuppte Schwanz, die so genannte „Biberkelle“. Jungbiber sind im Wasser sehr leicht mit Nutria und Bisam zu verwechseln.

Lebensraum

Biber Lebensraum

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Biber können sowohl fließende als auch stehende Gewässer unterschiedlichster Größe besiedeln. Gute Biberlebensräume zeichnen sich durch ein großes und reichhaltiges Nahrungsangebot aus. Dabei wird von den Tieren nur ein schmaler Uferstreifen von meist 5 – 10 m Breite genutzt. Die Größe eines Biberreviers beträgt etwa 1 km Uferlinie an großen und mittleren Fließgewässern und 3 – 5 km an kleinen Bächen.

Nahrung

Biber sind reine Vegetarier. Im Sommer besteht ihre Nahrung fast ausschließlich aus Ufer- und Wasserpflanzen sowie Laub junger Gehölze. Im Winter fressen sie Baumrinde und gelegentlich Rhizome von Wasserpflanzen. Eine besondere Vorliebe zeigen Biber für die Rinde von Weichhölzern wie Weiden und Pappeln.

Biologie

Biber leben in Familienverbänden. Eine Biberfamilie besteht aus den Elterntieren und 2 – 3 Generationen von Jungbibern. Im Alter von 2 – 3 Jahren verlassen die Jungbiber den elterlichen Bau und gründen eine eigene Familie. Biber sind gut an das semiaquatische Leben angepasst. Sie können sehr gut tauchen und schwimmen. Bei Gefahr verharren sie bis zu 20 Minuten am Gewässergrund.

Schutz

Biber sind streng geschützt. Der Elbebiber gehört in Deutschland zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Zusätzlich wird ihm durch europäisches Recht ein besonderer Schutz zuteil.

Biber als Baumeister

Biber sind eindrucksvolle Tief-, Hoch- und Wasserbaumeister. Mit Geschick und ihrem sprichwörtlichen Fleiß können sie – wie wir Menschen – den Lebensraum nach ihren Bedürfnissen gestalten. Ihre Bauwerke sind imposant und ein eindrucksvolles Naturerlebnis.

Biberdamm

Biberdamm

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Biberdämme werden keinesfalls überall angelegt. Nur an kleinen Fließgewässern mit geringer Wassertiefe bauen Biber Dämme. Sie stauen Wasser, damit der Eingang zu ihrem Bau unterhalb des Wasserspiegels liegt.

Von den Aktivitäten der Biber profitieren viele seltene Tierarten:

– Fischotter,
– Eisvögel,
– Schwarzstorch,
– Amphibien,
Reptilien und
– unzählige Gewässerorganismen.

Biber und Menschen

Jahrtausende lang lebten die Menschen mit und von dem Biber. Sein Fell diente als wärmende Kleidung, sein Fleisch als Nahrung und das Castoreum, ein Drüsensekret, wurde als kostbare Medizin verwandt.

Biberspuren

Was Naturvölker in Zehntausenden von Jahren nicht schafften, vollbrachte die moderne Zivilisation in fast 200 Jahren: die beinahe vollständige weltweite Ausrottung des Bibers.

Nur Dank intensiver Schutzbemühungen in Ostdeutschland wurde der Elbebiber gerettet. Heute darf und soll er auch am Niederrhein wieder heimisch werden.

Biber bringen in die Bachauen wieder das, was typisch für sie ist: Dynamik, Selbstreinigungskraft und eine in Vergessenheit geratene Vielfalt von Tieren und Pflanzen.

Er hilft, begradigte Bäche wieder in Lebensadern umzuwandeln, die als intakte ökologische Systeme das bieten, was wir am meisten vermissen:

  • Unberührtheit
  • Wildnis
  • Schönheit
  • Erlebnisreichtum
  • Abwechslung
  • und Entspannung.