Zahlreiche Pflanzen besitzen eine heilende Wirkung für Menschen und Tiere. Eine der vielseitig einsetzbaren Heilpflanzen ist der Schwarzkümmel. Ihre positiven Effekte entfacht die Pflanze vor allem in Form von Öl. Schwarzkümmelöl wirkt antiviral, antibakteriell sowie antifungal und wirkt stärkend auf das Immunsystem. Besonders häufig kommt Schwarzkümmelöl bei der Pferdepflege zum Einsatz, indem es den Tieren als Futtermittel gegeben wird.

Was ist Schwarzkümmelöl?

Der Schwarzkümmel, im Fachjargon Nigella arvensis genannt, gehört zur Familie der Naturheilpflanzen. Er ist für seine antibakterielle, antifungizide und antivirale Wirkung bekannt. Zugleich stärkt die Pflanze das Immunsystem, wodurch der allgemeine Gesundheitszustand verbessert wird. Besonders bekannt sind die Effekte von Schwarzkümmel bei der Krebsvorbeugung. Die Wirkstoffe der Pflanzen sorgen dafür, dass Krebszellen unschädlich gemacht werden, bevor sich Tumore bilden können.

Inhaltsstoffe und Effekte von Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmel und Schwarzkümmelöl werden beim Menschen häufig gegen Allergien, ein schwaches Immunsystem, Schlafstörungen, Bluthochdruck oder im Zuge einer Krebsbehandlung verwendet. Der wesentliche Bestandteil von Schwarzkümmelöl sind ätherische Öle und ungesättigte Fettsäuren. Die ätherischen Öle bestehen wiederum nahezu zur Hälfte aus Thymochinon, welche in geringen Mengen regulierend auf allergische Symptome wirkt. Der Anteil an ätherischen Ölen in Schwarzkümmelöl beträgt allerdings lediglich ein Prozent. Der geringe Anteil an ätherischen Ölen genügt allerdings, damit das Schwarzkümmelöl seine starke antioxidative Wirkung entfachen kann.

Ebenfalls weist das Öl Saponin Melanthin auf. Die Substanz wirkt reinigend und sekretlösend. Wird das Öl länger gelagert, bilden sich sogenannte Oligokondensationsprodukte wie beispielsweise Nigellon Semohiopion. Diese helfen, Asthma und Keuchhusten, welcher durch krampfartige Hustenanfälle hervorgerufen wird, zu linden.

Neben den hohen Prozentteil an ungesättigten Fettsäuren besitzt das Öl einen Anteil von etwa 30 Prozent gesättigten Fettsäuren. Der menschliche Körper benötigt die ungesättigten Fettsäuren, um zahlreiche Funktionen aufrechtzuerhalten. Da der Körper die Fettsäuren jedoch nicht selbstständig herstellen kann, müssen sie ihm über die Nahrung zugeführt werden. Nur wenn ausreichend ungesättigte Fettsäuren aufgenommen werden, ist der Körper in der Lage, unterschiedlichste Nervenfunktionen, die Gehirnleistung sowie das Immun- und Hormonsystem zu regulieren. Außerdem senken die im Öl enthaltenen Fettsäuren das Risiko für einen Herzinfarkt sowie für koronare Herzkrankheiten.

Anwendung von Schwarzkümmelöl

Aufgrund der Zusammensetzung und Inhaltsstoffe von Schwarzkümmel eignet sich die Anwendung des aus der Pflanze gewonnenen Öls für Menschen und Tiere wie Pferde, Hunden und Katzen. Beim Menschen reguliert Schwarzkümmelöl den Hormonhaushalt, begünstigt zugleich die Zellatmung und steigert außerdem die Aktivität von wichtigen Botenstoffe. Besonders häufig wird das Öl zur Behandlung von Allergien eingesetzt, welche durch einen Enzymdefekt hervorgerufen werden. Ebenfalls wirkt das Öl effektiv gegen Heuschnupfen. Bei manchen Personen bewirkt das Öl sogar, dass die Allergien nicht nur gelindert, sondern ebenso beseitigt werden. Des Weiteren beeinflussen die Inhaltsstoffe das Hautbild, wodurch seltener Pickel und Akne eintreten.

Schwarzkümmelöl für Pferde

Bezüglich Tiere wird Schwarzkümmelöl vor allem bei Pferden verwendet. Schwarzkümmelöl für Pferde gilt als gutes Behandlungsmittel für Atemwegserkrankungen, kommt jedoch auch bei Ekzemen und allergischen Hautreaktionen zum Einsatz. Historisch betrachtet gelten Pferde als Entdeckungsgrund für die heilende Wirkung von Schwarzkümmel. Die Pflanze wurde zunächst Pferden als Futtermittel verabreicht, bevor sie ebenfalls bei der Behandlung von Menschen zum Einsatz kam.

Schwarzkümmel und das daraus gewonnene Öl besitzen auf Pferde einen ähnlichen Effekt wie auf Menschen, sodass es lediglich dem täglichen Futter beigemischt werden muss. Zugleich ist die äußere Anwendung von Schwarzkümmelöl bei Pferden ebenso verbreitet. Somit unterscheidet sich die Anwendung des Öls je nach Krankheit oder leiden. Besonders praktisch ist die äußere Anwendung von Schwarzkümmelöl für Pferde bei einem Aufkommen von Stechmücken und Fliegen. Da Fliegen und Stechmücken den herben Geruch des Öls nicht mögen, meiden sie die Pferde, wenn diese mit dem Öl eingerieben werden. Häufig wird das Öl großzügig um die Augen und den Augenbereich verteilt, da die Tiere das Ungeziefer an diesen Stellen als störend empfinden. Ein paar Tropfen Schwarzkümmelöl unterstützen die Heilung der Pferdehaut, wodurch kleinere Verletzungen, Mauke sowie andere Hautirritation deutlich schneller verheilen. Wird das Öl mit Wasser in einer Flasche vermengt, kann es für die Fellpflege eingesetzt werden, woraus glänzendes Fell entsteht.

Seine innere Wirkung entfacht das Öl bei Pferden auf vielseitige Art und Wiese. Wie beim Menschen stärkt und reguliert Schwarzkümmelöl für Pferde ihr körpereigenes Immunsystem. Leiden die Tiere unter chronischen Atemwegsbeschwerden und -erkrankungen wie Asthma, Bronchitis oder einer Heustauballergie, entfacht das Öl eine lindernde und entzündungshemmende Wirkung. Dadurch sinkt die Allergiebereitschaft der Tiere ebenfalls, wodurch sich ihr allgemeiner Gesundheitszustand deutlich bessert. Die im Öl enthaltende entzündungshemmende Wirkstoffe lindern außerdem Arthrose und Arthritis.

Reines Schwarzkümmelöl gilt inzwischen als fester Bestandteil jeder Stallapotheke. Zudem weisen immer mehr Futterzusätze, Fellpflegemittel und Futtermittel aus dem Handel das Öl auf, wodurch es nicht zwingendermaßen gesondert zugereicht werden muss. Allerdings sollte reines Schwarzkümmelöl nie direkt im Stall gelagert werden. Damit das Öl seine Wirkstoffe nicht verliert, sollte es in einer dunklen Flasche im Kühlschrank gelagert werden. Auf diese Weise hält es bis zu zwölf Monate.

Schwarzkümmel kann Pferden auf verschiedenste Weise verabreicht werden. Die Pferde können es als ganze oder geschrotete Samen, verarbeitete Pellets oder Öl gefüttert werden. Für die äußere Anwendung eignet sich hingegen Schwarzkümmelölbalsam. Wird das Öl einem allergischen Pferd gefüttert, kann das Heu zuvor angefeuchtet werden. Das Wasser wird zuvor mit einigen Tropfen Öl angereichert. Aufgrund seiner antibakteriellen und antifungiziden Wirkstoffe macht das Öl das Futter des Weiteren haltbarer. Die tägliche Dosis für ein normales Großpferd beträgt rund 20 ml reines Schwarzkümmelöl. Bei jungen oder kleinen Pferden genügt bereits eine tägliche Dosis von 10 ml. Frisst das Pferd kein Öl, lässt sich die Tagesdosis durch Samen oder Pellets ersetzen.

Schwarzkümmelöl für Hunde und Katzen

Neben dem Pferd kann auch der eigene Hund oder die eigene Katze Schwarzkümmel und das daraus gewonnene Öl zu sich nehmen. Gleich wie beim Mensch und Pferd hilft das Öl bei Allergien, Problemen mit dem Immunsystem und Verletzungen der Haut. Reagiert der Hund oder die Katze zum Beispiel auf Bestandteile des Futters allergisch, hilft das Öl, die Ausschüttung der Allergiesymptome bzw. Histamine zu verlangsamen. Dadurch vertragen die Tiere das Futter wesentlich besser. Lösen Flohstiche, Pollen oder Milben hingegen asthmaähnliche Atembeschwerden, Hautreaktionen oder Husten aus, lindern die Wirkstoffe die Symptome. Die Tiere werden folglich von den Beschwerden und dem Juckreiz befreit.

Leidet der Hund unter Anfallsleiden wie Epilepsie, kann der Besitzer die Therapie durch die Zugabe von Schwarzkümmelöl wesentlich unterstützen. Ebenfalls wird die Häufigkeit der Anfälle deutlich reduziert und geschwächt, wenn das Öl über das Futter mehrere Wochen lang verabreicht wird. Zugleich bewirkt das Öl entzündungshemmende und schmerzlindernde Effekte, sodass rheumatisch-arthritische Erkrankungen gemildert werden. Besonders ältere Hunde können von der Wirkung des Öls profitieren, da sich ihr Bewegungsapparat verbessert. Bezüglich Dosierung genügt ein Milligramm Öl je Körpergewicht. Soll mit dem Öl Parasiten vorgebeugt werden, können ungefähr acht bis zehn Tropfen Öl in das Trinkwasser gegeben werden. Für die Haut- und Fellpflege müssen nur wenige Tropfen aufgetragen werden.

Auch bei Katzen hilft das Öl, Atemwegserkrankungen, Gelenksbeschwerden und Hautprobleme zu vermindern oder zu kurieren. Wird das Öl regelmäßig äußerlich benutzt, wirkt es abweisend gegenüber Zecken. Dies kommt vor allem Freigängern zugute, welche häufig unter Zeckenbissen oder einem Ungezieferbefall leiden. Da Zecken zugleich gefährliche Krankheiten wie etwa Boreliose oder FTSE übertragen können, verringert sich das Risiko einer Ansteckungsgefahr. Zudem hilft das Öl, wenn die Katze unter Juckreiz oder leichten Entzündungen der Haut leidet. Um toxische Gefahren auszuschließen, sollte die Dosierung des Öls bei Katzen nur gering ausfallen. Bei Katzen genügen bereits ein paar Tropfen bei der inneren und äußeren Anwendung, um Krankheiten zu vermeiden oder zu lindern.

Warum Schwarzkümmelöl für Menschen

Beim Menschen kann Schwarzkümmelöl jederzeit äußerlich wie innerlich verwendet werden. Das Öl wirkt beim Menschen krampflösend, hilft beim Wachstum der Knochenmarkszellen, beeinflusst das Immunsystem positiv und zerstört effektiv Tumorzellen. Damit das Öl seine positiven Effekte entfachen kann, muss allerdings die Qualität der Produkte stimmen. Am besten eignet sich Öl aus biologischem Anbau. Vor allem Öl, welches aus Syrien und Ägypten stammt, weist die meiste Heilkraft auf. Reines Schwarzkümmelöl, welches mit anderen Ölen angereichert wird, erzielt dabei die gewünschte Wirkung. Warm gepresstes Öl sollte zudem der kalt gepressten Variante vorgezogen werden, da diese für ihre schwach toxische Wirkung bekannt ist, welche wiederum leichte Magenbeschwerden hervorrufen kann.

Bezüglich Dosierung unterscheidet sich die tägliche Dosis beim Menschen deutlich von jenen für Tiere. Generell erfolgt eine andere Dosierung, wenn das Öl präventiv oder therapeutisch eingenommen wird. In konzentrierter Form als vorbeugende oder therapeutische Maßnahme genügen Schwarzkümmelölkapseln. Die Kapseln können durch eine Einnahme von drei Teelöffeln Öl je Tag ersetzt werden. Als präventive Maßnahme mit einer Einnahmedauer von mindestens drei bis sechs Monaten sollte eine niedrige Dosierung erfolgen. Bei Allergien hingegen hilft eine kurzfristige hohe Dosierung. Hohe Dosierungen sollten allerdings nur über einige Tage bis wenige Wochen erfolgen.

Zugleich eignet sich das Öl als Inhalation. Hier genügen zwei Esslöffel Öl, welche mit einem Liter heißem Wasser angeführt werden. Inhalationen mit Schwarzkümmelöl bieten sich für Personen mit Bronchialasthma, heftiger Bronchitis und Keuchhusten an, da die Betroffenen besser abhusten können. Ebenfalls klingen krampfhafte Hustenreize durch das Inhalieren der Ölmischung ab. Um Atemwegsbeschwerden mit Inhalationen oder Einnahmen des Öls zu lindern, sollten die Therapien rechtzeitig begonnen werden. Allergische Asthma- und Heuschnupfenpatienten sollten bereits im Winter mit den Behandlungen beginnen, indem sie täglich ein bis anderthalb Schwarzkümmelsamen pro Tag oder drei Teelöffel Öl zweimal täglich zu sich nehmen. Alternativ bieten sich zwei bis drei Kapseln pro Tag an.